Der Kopftuchstreit und der Kolonialismus

Das Kopftuch soll als einziges religiöses Symbol in Schulen und öffentlichen Institutionen verboten  werden. Als weiteres wichtiges Argument wird dabei die Emanzipation der muslimischen Frau ins Treffen geführt. Doch letztlich stellt diese unsachliche und willkürliche politische Haltung die muslimische Kultur als Ganzes in die Ecke des religiösen Fanatismus. Sie stellt eine Herabwürdigung aller friedlich im Land lebenden Musliminnen und Muslime dar, auch derjenigen Frauen, die gar kein Kopftuch tragen.

Der Kolonialismus & die Kopfbedeckung

Eine der Wurzeln dieser Verachtung findet sich in den Zeiten des Kolonialismus wieder, der die rücksichtslose Aneignung von Menschen und Ressourcen anderer Länder mit der Frauenbefreiung verklärte. In Ägypten hatten die Briten schon Ende des 19. Jahrhunderts eine öffentliche Debatte über die Kopfbedeckung angezettelt. Lord Cromer instrumentalisierte sie für seine Zwecke, um, wie die feministische Intellektuelle Leila Ahmed aufzeigte, „den Islam als vollkommenen sozialen Fehlschlag zu entlarven“. In England hingegen machte sich Cromer als Aktivist gegen das Frauenwahlrecht einen Namen. In Algerien veranstaltete die Kolonialmacht Frankreich demütigende öffentliche Entschleierungsspektakel, wo Frauen eben zu ihrem Glück gezwungen werden mussten.

Integration & Achtung vor anderen Kulturen

Integration würde bedeuten, endlich den normalen Alltag der österreichischen Musliminnen und Muslime in den Mittelpunkt der politischen Prozesse zu stellen und diesen nicht in die Ecke des  Extremismus und Fanatismus zu rücken. Integration und Frauenemanzipation würde auch bedeuten, in Bezug auf das Kopftuch die Kommunikation mit den muslimischen Frauen zu suchen und sie als Menschen mit Ressourcen und Kompetenzen wahrzunehmen.

Dr. Elisabeth Moser
Bildung & Beratung & Kommunikation
Salzburg

Über Murat

Ein Kommentar

  1. Ja, krass! Unbedingt das Kopftuch & die Scharia respektieren! Und überhaupt – nicht nur der Kolonialismus hat nur Böses geschaffen! Nicht nur die witwenverbrennung der Hindus sollte sofort wieder eingeführt werden, Steinigungne & Amputation von Gliedmaßen, im klassischen islamischen Recht, sondern auch sollte der Katholizismus wieder alleinige Religion in Europa werden, diese erzwunge Reform damals ist unzumutbar, Frauenwahlrecht in der Schweiz, den Frauen AUFGEZWUNGEN, sollte abgeschaft werden, überhaupt – die Sklaverei wieder eingeführt, in Amerika wurde ein KRIEG dafür geführt, sie abzuschaffen – welche Einmischung in die Belange der Südstaaten! Kein einziger moderner Muslim, der sekulär, aufgeklärt und ohne Teufels und Höllenglauben in Europa lebt, kan es irgendwie akzeptieren, daß man die rückkehr zu fundamentalistischen Werten, diese Hingabe der Jugend zum Neo-Konservativen Islam kritisiert – niemals, niemals, sollte man seine althergebrachten Traditionen aufgeben!
    Oops – dann – wie war das damals mit den Türken und Wien? Sind – etwa – dort Werte verschütt gegangen, und die Gesellschaft moderner geworden – und – nee – ist es nicht irgendwie seltsam, von den Muslimen, die in ein modernes, sicheres, wohlhabendes Land einwandern dürfen, statt Anpassung und übernehmen der Lebensweise, nichts besseres zu erwarten, als naiven, mit einer sekulärn Gesellschaft nicht verträgliche, erzkonservativen Glauben, der Himmel und Hölle wörtlich nimmt, Toleranz will, ohne sie zu geben oder zu verstehen, und sich einer sekulären, aufgeklärten, dooferweise demokratisch, nciht autoritär & technokratisch organisierten Gesellschaft aufzwingt, die ärgerlicherweise auf lange Sicht dadurch zerbrechen muß!?
    Wenn Katholische Mädchen auf einmal nicht mehr mit Jungs im Schwimmbad sein dürften/wollten, sich komplett verhüllten, fundamentalistische Sonderregelungen und Jungfernkult verlangten, Druck zum Beten, Fasten, Bibellesen, Höllenglauben predigen würden, etc. – ihre Mitkatholikinnen dazu ebenfalls versuchten zu bewegen – dann wär wohl die Hölle los!
    Wer Muslime als Menschen ernst nimmt, kritisiert diesen Religionswahn.
    Das für Muslime für normal zu erklären, tut jedem NICHT streng religiösen Muslim Unrecht, und seinem eigenen Verstand ebenso!

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